Rückblick | Mini Food Reading Festival

Mini food reading festival | 4.8.2018

Mini Food Reading Festival in der Rösterei Van Dyck

Essen ist gut, über Essen reden ist auch prima: Beim 1. Mini Food Reading Festival in Köln beschäftigten sich verschiedene Autor/innen mit kulinarischen Themen und ihren Erfahrungen mit exotischer Küche und heimischen Spezialitäten.

Ernst, witzig, tiefsinnig, kurzweilig und mit viel Herzblut und wissen präsentierten  Jörn Kabisch (tabldoottaz, der freitag), Julia Floß (KStA), Joerg Utecht (Utecht schreibt), Torsten Goffin (Allem Anfang, Craft Beer Kochbuch) und Johannes J. Arens (Nachschlag, Geländegang) eine Auswahl ihrer Texte an außergewöhnlichen Locations.

11.00 Uhr Bäckerei Schlechtrimen
Kalker Hauptstraße 210, Kalk

16 Zuhörer/innen sitzen im „Separée“ der zertifizierten „Slow-bakery“.
Vorne klappern die Kaffeetassen, rechts wartet das Wochenendbüfett auf Abnehmer, der Ansturm war früh, so gegen acht, jetzt ist es zu heiß für Rührei, Brötchen und Käse. Einige Besucherinnen fächern sich mit den laminierten Karten ein wenig Luft zu, aber auch die ist schon warm und bringt keine Abkühlung.
Jörn Kabisch, Joerg Utecht und Johannes J. Arens lesen Texte zu Backwerk und ihren kulinarischen Erinnerungen, zum Beispiel zu „Nussecken“ in der Eifelbäckerei.

>> Bäckerei Schlechtrimen

„Bei uns, in der Bäckerei Schlechtrimen wird noch nach traditionellen Rezepturen und handwerklichen Verfahren gebacken. Ganz bewusst verzichten wir auf Backmischungen und Zusatzstoffe und fertigen alle Backwaren mit frischen und naturbelassenen Rohstoffen in der hauseigenen Backstube. Rohstoffe, Rezepte, Verfahren und Qualitäten wurden durch das Institut für Getreideverarbeitung in Rehbrücke kontrolliert. Damit erfüllen wir seit 2006 als einer von ca. 30 zertifizierten Bäckern im deutschsprachigen Raum die „slow-baking“ Richtlinien – und damit als einzige Bäckerei in Köln.“ (Quelle: Website Schlechtrimen)

 

Exkurs: Kaffee & Tee Hogrebe

Auf dem Weg zum Parkplatz entdeckt und gleich ausprobiert: Kaffeerösterei Hans Hogrebe, Kalker Hauptstr. 166, 51103 Köln

 

13.00 Uhr Rösterei van Dyck
Schanzenstraße 36, Mülheim

Mehr als 20 Besucher/innen räkeln sich auf den beiden senffarbenen Sofas und den Holzstühlen im skandinavischen Design.
Van Dyck steht für Kaffee aus biologischem Anbau und fairem Handel, der langsam und schonend im Trommelröster geröstet wird, wie Eigentümer Martin Keß erklärt.

Joerg, Jörn, Johannes & Julia Floß lesen, eingetaucht im aromatischen Duft des frisch gerösteten und gemahlenen Kaffees: Joerg schreibt nach eingenen Angaben aus „kulinarischer Notwehr“ und erzählt in seinem Beitrag von 2015 von Flüchtlingen und ihrem Stolz, als sie endlich „weiß“ in der Gastronomie arbeiten dürfen sowie von seinen Couchsurfing-Reisen nach Apulien (2017).

Julia (Köchin, Pâtissière, Foodjournalistin) liest einen >>> im Kölner Stadtanzeiger veröffentlichten Text zu Lai de Hao, einem asiatischen Lokal, in dem jenseits von „Ente süß-sauer“ gekocht wird.

Jörn schildert seine Erlebnisse im Kindergarten mit „dem Vitaminberg“, der hinter den mit Marienkäfern und Pumukelgesichtern bemalten Fenstern rot, grün und blau schimmerte. Mit verbundenen Augen sollten Obst und Gemüse in den Mund gesteckt und erraten werden. Avocado – ein langanhaltenes Trauma für den Autor. Außerdem: Das Gehör als kulinarisch unterschätzer Sinn – Jörn erklärt, warum er kein Freund von „lauten“ Speisen ist.

Johannes erklärt das Projekt und Buch „Geländegang“ und liest aus dem Kapitel „Kartoffeln“. Gleich zu Beginn des Treffens sagt der Kartoffelbauer, dass Laura Stress gehabt habe, Laura ist aber nicht die Gattin des Bauern aus Stommeln, sie ist eine Kartoffelsorte.

>>> Kaffeerösterei Van Dyck

„Keine Kompromisse in der Qualität, keine Kompromisse im Einkauf. Wir machen den Kaffee, den wir selber gerne trinken möchten. Alle Rohkaffees, die wir rösten, stammen aus fairem Handel und biologischem Anbau.“ (Quelle: Website Van Dyck)

 

Exkurs: Mittagessen

Mevlana in der Keupstrasse: Iskender, Adana Kebab und Linsensuppe, Tee und Ayran … wenn schon Keupstraße, dann auch richtig!

 

Exkurs: Streetart in Ehrenfeld

18.00 Uhr La Vincaillerie
Leostraße 57, Ehrenfeld

Mehr als 35 Gäste probieren den frischen, spritzig-herben Apfelwein. Die Lesung wird spontan nach draußen verlegt, der Parkplatz vorm Ladenlokal zur Bühne.
Joerg, Thorsten, Johannes, Julia („Auf Souvenirjagd“), Jörn fesseln die Besucher mit ihren Texten zu den unbedingt einzuhaltenenden Warnungen zu den Schärfegraden in Bangkoks Straßenküchen und traumatischen Möhren-Erfahrungen in früher Kindheit.

> La Vincaillerie

„Menschen kommen zu mir in die Weinproben und sagen direkt: „Ich habe keine Ahnung von Wein!“ Meine Antwort:“Ich auch nicht, ich weiß aber, was mir schmeckt“ (Surk-ki Schrade, Quelle: Website La Vincaillerie)

 

20.00 Uhr Marieneck
Marienstraße 1c, Ehrenfeld

 

Das Marieneck ist laut Johannes J. Arens die „Spielwiese“ der Kölner Foodies, für den heutigen Abend wurde ein zünftiges Abendbrot vorbereitet – natürlich mit frischen Zutaten aus der Region, zum Beispiel Cocktailtomaten und Romana-Salat aus Frechen. Ein Highlight des Abends: Die Überwindung des Kindheitstraumas „Hagebuttentee“ mit einem eisgekühlten, fein säuerlichen Tee zur Erfrischung!

Zu den Texten: Johannes hört Kunden und Verkäuferinnen in einer Metzgerei in Nippes zu und schildert seine Erfahrungen, als er in Aachen über einer Bäckerei wohnte und tägliche Notizen samt der tagesaktuellen BILD-Schlagzeile sammelte. Thorsten schwadroniert sich ohne Lesebrille durch seinen Text über das Bierbrauen.
Jörn stellt Pepe, den quirligen Resteverwerterkoch von den Phillipinen im krisengeschüttelten Spanien vor, wo die Leute sich erst aus Furcht vor drohender Armut mit der Verwertung (und damit Wertschätzung) von Resten auseinandersetzen. Julia gibt einige Kolummnen zum Besten, die sie für den Kölner Stadtanzeiger verfasst hat, während Joerg die Höhen und Tiefen der Erbsensuppe erkundet.

Fazit des 1. Mini Food Reading Festivals:

Eine wunderbare Veranstaltung, die nicht nur Foodies und Hobbyköche ansprach, sondern einfach Lust auf gutes Essen und gute Produkte machte.

Eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist vorgesehen!

*** Achtung: Dieser Beitrag enthält Werbung! ***

Aber wer sich so engagiert für gute Produkte einsetzt wie die vorgestellten Protagonisten, der sollte auch gebührend erwähnt werden.

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